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Regenerative und orthobiologische Therapien

Regenerative Medizin ist der Oberbegriff für Behandlungsansätze, die darauf abzielen, die körpereigenen Reparaturmechanismen zu unterstützen. Bei Romatem wird sie bei orthopädischen Erkrankungen wie Kniearthrose, Knorpel- und Sehnenproblemen sowie bei einigen neurologischen Erkrankungen gemeinsam mit einem individuellen Programm aus Physiotherapie und Rehabilitation geplant.

Regenerative und orthobiologische Therapien

Was ist Regenerative Medizin?

Ziel bei orthopädischen Anwendungen ist es, Schmerzen und Entzündungen zu verringern, die Gelenkfunktion zu unterstützen und zum körpereigenen Reparaturprozess des Gewebes beizutragen.

Regenerative Therapien sind keine Verfahren, die verschlissenen Knorpel vollständig erneuern oder eine Arthrose beseitigen. Die wissenschaftliche Forschung auf diesem Gebiet dauert an, und die Ergebnisse fallen von Person zu Person unterschiedlich aus.

Bei Romatem werden regenerative Anwendungen nicht als alleinige Lösung betrachtet, sondern als Teil eines Programms aus Physiotherapie und Rehabilitation. Ob die Anwendung für Sie geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt, der Ihre Untersuchungs- und Bildgebungsbefunde beurteilt.

Bei welchen orthopädischen Erkrankungen kommt sie in Betracht?

Regenerative Therapien kommen in der Regel als Option in Betracht, wenn die Beschwerden trotz Medikamenten, Bewegungstherapie und Physiotherapie fortbestehen. Die orthopädischen Erkrankungen, bei denen sie am häufigsten in Erwägung gezogen werden, sind:

Erkrankung

Wann kommt sie in Betracht?

Kniearthrose (Gonarthrose)

Bei Arthrose im frühen und mittleren Stadium, wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen den Alltag beeinträchtigen

Hüft-, Schulter- und Sprunggelenksarthrose

In Stadien, in denen der Gelenkspalt nicht vollständig aufgehoben ist und keine Operation erforderlich ist

Knorpelschäden

Bei umschriebenen Knorpelläsionen infolge eines Traumas oder Verschleißes – allein oder zur Unterstützung der Heilung nach einer Operation

Chronische Sehnenbeschwerden

Bei lang anhaltenden Beschwerden wie Tennisellenbogen, Problemen der Schultersehnen (Rotatorenmanschette) und Schmerzen der Patellasehne

Band- und Meniskusverletzungen

Zur Unterstützung des Heilungsprozesses, wenn der Arzt es für angezeigt hält


Welche Behandlung in welchem Fall geeignet ist, wird anhand einer Gesamtbeurteilung der Dauer Ihrer Beschwerden, der Untersuchungsbefunde und der Ergebnisse bildgebender Verfahren wie MRT oder Röntgen entschieden.

Regenerative Medizin und Exosomen bei neurologischen Erkrankungen

Neben der Orthopädie wird die regenerative Medizin auch bei einigen neurologischen Erkrankungen eingesetzt. Eines der Verfahren, denen in diesem Bereich die meiste Aufmerksamkeit gilt, ist die Anwendung von Exosomen.

Was sind Exosomen?

Exosomen sind winzige Bläschen (Vesikel), die von Zellen abgegeben werden und Proteine sowie genetisches Material enthalten. Sie spielen eine Rolle bei der Kommunikation zwischen Zellen. Die zu therapeutischen Zwecken eingesetzten Exosomen werden im Labor unter speziellen Bedingungen hergestellt.

In Laborstudien wird untersucht, inwieweit Exosomen Entzündungen im Nervengewebe verringern und Reparaturprozesse unterstützen können.

Bei welchen neurologischen Erkrankungen kommt sie in Betracht?

  • Zerebralparese

  • Rückenmarksverletzungen

  • Bleibende Ausfälle nach einem Schlaganfall (Lähmung)

  • Schädel-Hirn-Trauma

  • Multiple Sklerose (MS)

  • Parkinson-Krankheit

  • ALS

Was Sie wissen sollten

  • Exosomenanwendungen heilen neurologische Erkrankungen nicht. Es ist wissenschaftlich nicht belegt, dass sie verlorene Funktionen wiederherstellen.

  • Sie ersetzen weder Ihre Medikamente noch die Standardtherapien. Setzen Sie diese Behandlungen nicht ab, ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt zu halten.

  • Der grundlegende Ansatz, dessen Wirksamkeit bei neurologischen Erkrankungen wissenschaftlich belegt ist, ist eine regelmäßige und intensive Rehabilitation.

  • Je nach Applikationsweg können Kopfschmerzen, Fieber, Schmerzen an der Applikationsstelle, Infektionen und allergische Reaktionen auftreten.

  • Ob die Anwendung für Sie geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt nach Beurteilung der Art und des Stadiums Ihrer Erkrankung sowie Ihres allgemeinen Gesundheitszustands.

In Kombination mit Rehabilitation

Bei Romatem werden regenerative Anwendungen bei neurologischen Erkrankungen gemeinsam mit einem individuellen neurologischen Rehabilitationsprogramm geplant. Dieses Programm kann Verfahren wie Physiotherapie, Ergotherapie, robotergestützte Rehabilitation und bei Bedarf Sprech- und Schlucktherapie umfassen.

Bei Romatem können Exosomen auf folgenden Wegen verabreicht werden:

  • intravenös (über die Vene)
  • intrathekal (in die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit)
  • intramuskulär (in den Muskel).

Art und Häufigkeit der Anwendung werden individuell festgelegt. Die Entscheidung richtet sich nach dem Verlauf und dem Ansprechen auf die Behandlung.

Für wen ist sie möglicherweise nicht geeignet?

Regenerative Therapien sind nicht für jeden geeignet. In folgenden Fällen kann die Anwendung verschoben oder eine andere Behandlung empfohlen werden:

  • Aktive Infektion an der Applikationsstelle oder im Körper

  • Aktive Krebserkrankung oder laufende Krebsbehandlung

  • Blutkrankheiten und Gerinnungsstörungen

  • Schwangerschaft und Stillzeit

  • Nicht ausreichend eingestellter Diabetes oder Einnahme immunsuppressiver Medikamente

  • Kortisoninjektion in dieselbe Region in den letzten Wochen

  • Fortgeschrittene Arthrose mit vollständig aufgehobenem Gelenkspalt (in diesem Fall können operative Optionen besser geeignet sein)

Wenn Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen, geben Sie dies bei der Untersuchung unbedingt an. Setzen Sie diese Medikamente nicht ab und ändern Sie ihre Dosis nicht, ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt zu halten.

Was gehört zur Voruntersuchung?

  • Untersuchung durch einen Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin

  • Bei Bedarf Bildgebung mittels Röntgen, MRT oder Ultraschall

  • Blutuntersuchungen und Überprüfung Ihrer aktuellen Medikamente

  • Besprechung Ihrer Erwartungen und anderer Behandlungsoptionen

Behandlungsablauf bei orthopädischen Anwendungen

Die Anwendung wird meist am selben Tag abgeschlossen und erfordert keinen stationären Aufenthalt. Je nach Verfahren kann eine einzelne Sitzung oder es können mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen geplant werden. Der Ablauf umfasst im Allgemeinen folgende Schritte:

  1. Untersuchung und Planung: Ihr Arzt beurteilt Ihre Beschwerden, Ihre Bildgebungsbefunde und Ihre Krankengeschichte und legt fest, ob die Anwendung für Sie geeignet ist und an welcher Stelle sie erfolgen soll.

  2. Probenentnahme: Je nach Verfahren wird – bei Bedarf unter örtlicher Betäubung – eine kleine Menge Ihres eigenen Blutes oder Gewebes entnommen. [Nach ärztlicher Freigabe: Hier wird das bei Romatem angewandte regenerative Verfahren eingetragen.]

  3. Aufbereitung: Die entnommene Probe wird unter sterilen Bedingungen aufbereitet und anwendungsbereit gemacht.

  4. Injektion: Das aufbereitete Präparat wird – bei Bedarf ultraschallgesteuert – in das zu behandelnde Gelenk oder den betroffenen Sehnenbereich injiziert.

  5. Beobachtung und Heimkehr: Nach einer kurzen Beobachtungszeit können Sie mit den Empfehlungen Ihres Arztes nach Hause gehen.

  6. Rehabilitation: Ein individuell für Sie erstelltes Physiotherapie- und Übungsprogramm wird begonnen, und der Verlauf wird durch Kontrolluntersuchungen überwacht.

Warum werden regenerative Therapie und Physiotherapie gemeinsam geplant?

Eine Injektion allein kräftigt weder die Muskeln, die das Gelenk tragen, noch verändert sie Bewegungsgewohnheiten. Deshalb werden regenerative Anwendungen bei Romatem gemeinsam mit einem individuellen Rehabilitationsprogramm geplant.

Ein Team aus Fachärzten für Physikalische und Rehabilitative Medizin und Physiotherapeuten gestaltet das Programm schrittweise entsprechend Ihrer Situation:

  • Erste Phase: Schutz der behandelten Stelle, Kontrolle von Schmerzen und Schwellung

  • Wiederherstellung der Beweglichkeit: Kontrollierte Übungen zur Verbesserung des Bewegungsumfangs

  • Kräftigung: Kräftigung der gelenkstabilisierenden Muskulatur, zum Beispiel der Oberschenkel- und Hüftmuskulatur beim Knie; bei Sehnenproblemen schrittweise Belastung der Sehne

  • Rückkehr in Alltag und Aktivität: Training im Hinblick auf Ihre Ziele wie Gehen, Treppensteigen, Beruf und Sport

Der Übergang in die jeweils nächste Phase richtet sich nach Ihren Fortschritten bei den Kontrolluntersuchungen. Auch die Übungen, die Sie zu Hause durchführen, sind ein wichtiger Bestandteil des Programms.

Bei Knie- und Hüftarthrose erhöht Übergewicht die Belastung des Gelenks. Deshalb wird bei Bedarf auch eine Gewichtskontrolle empfohlen.

Die Zeit nach der Behandlung und realistische Erwartungen

In den ersten Tagen nach der Anwendung können an der Injektionsstelle und an der Stelle, an der die Blut- oder Gewebeprobe entnommen wurde, Schmerzen, Schwellungen, Druckempfindlichkeit oder Blutergüsse auftreten. Diese Beschwerden sind in der Regel vorübergehend.

Worauf Sie achten sollten

  • Vermeiden Sie für den von Ihrem Arzt empfohlenen Zeitraum eine Überlastung der behandelten Stelle.

  • Möglicherweise werden Sie gebeten, vor und für eine gewisse Zeit nach der Anwendung bestimmte Schmerzmittel und Entzündungshemmer (NSAR) nicht einzunehmen. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Medikamente Sie einnehmen dürfen.

  • Nehmen Sie Ihre Kontrolltermine regelmäßig wahr und führen Sie Ihr Übungsprogramm konsequent fort.

Mögliche Risiken

Wie bei jeder Injektion können Infektionen, Blutungen, Blutergüsse und eine vorübergehende Schmerzzunahme auftreten. Diese Risiken und Ihre individuellen Besonderheiten werden Ihnen vor der Anwendung von Ihrem Arzt ausführlich erläutert.

Wenn Sie nach der Anwendung Fieber, zunehmende Rötung und Überwärmung, Ausfluss oder stärker werdende Schmerzen bemerken, suchen Sie umgehend das Krankenhaus auf.

Was können Sie erwarten?

Die mögliche Wirkung einer regenerativen Therapie tritt nicht sofort ein, sondern kann sich schrittweise im Laufe von Wochen zeigen. Die Ergebnisse unterscheiden sich von Person zu Person je nach Faktoren wie Alter, Krankheitsstadium, allgemeinem Gesundheitszustand und Mitarbeit im Rehabilitationsprogramm; bei manchen Patienten ist möglicherweise kein deutlicher Nutzen festzustellen. Ob im weiteren Verlauf eine zusätzliche Behandlung erforderlich ist, entscheidet Ihr Arzt.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine regenerative Therapie schmerzhaft?

Die Anwendung erfolgt bei Bedarf unter örtlicher Betäubung. Während des Eingriffs können ein Druckgefühl oder leichte Beschwerden auftreten. Schmerzen und Druckempfindlichkeit in den folgenden Tagen sind in der Regel vorübergehend.

Heilt eine regenerative Therapie Kniearthrose vollständig?

Nein. Ziel der regenerativen Therapie ist es, Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu unterstützen. Die wissenschaftlichen Belege dafür, dass sich verschlissener Knorpel neu bildet, sind begrenzt.

Welche Verfahren umfasst die regenerative Medizin?

Regenerative Medizin ist der Oberbegriff für Verfahren, die darauf abzielen, die körpereigenen Reparaturmechanismen zu unterstützen. Dabei können biologische Präparate aus dem eigenen Blut oder Gewebe des Patienten oder im Labor hergestellte Exosomen eingesetzt werden. Welches Verfahren für Sie geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt nach der Untersuchung.

Wann setzt die Wirkung ein, und wie lange hält sie an?

Die mögliche Wirkung kann sich schrittweise im Laufe von Wochen einstellen. Die Wirkdauer ist individuell verschieden, und die Langzeitergebnisse werden weiterhin in wissenschaftlichen Studien untersucht.

Muss ich im Krankenhaus bleiben?

In der Regel nicht. Die Anwendung wird meist am selben Tag abgeschlossen, und nach einer kurzen Beobachtungszeit können Sie nach Hause gehen.

Wann kann ich nach dem Eingriff in meinen Alltag zurückkehren?

Wann Sie Ihre täglichen Aktivitäten wieder aufnehmen können, hängt von der behandelten Region und der Art Ihrer Tätigkeit ab. Die Rückkehr zu schwerer körperlicher Belastung und zum Sport erfolgt schrittweise gemäß dem Rehabilitationsprogramm, das Ihr Arzt und Ihr Physiotherapeut planen.

Wie viele Sitzungen sind erforderlich?

Die Anzahl der Sitzungen hängt vom angewandten Verfahren und der behandelten Region ab. Eine einzelne Sitzung kann ausreichen, es können aber auch mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen geplant werden. Den Sitzungsplan legt Ihr Arzt nach der Untersuchung fest.

Kann die Behandlung wiederholt werden?

Je nach Beurteilung bei den Kontrolluntersuchungen kann Ihr Arzt eine erneute Anwendung oder eine andere Behandlung empfehlen.

Ersetzt eine regenerative Therapie eine Knieprothese?

Regenerative Therapien kommen in der Regel bei Arthrose im frühen und mittleren Stadium in Betracht. Im fortgeschrittenen Stadium mit vollständig aufgehobenem Gelenkspalt können operative Optionen wie eine Prothese besser geeignet sein.

Heilt eine Exosomenanwendung neurologische Erkrankungen?

Nein. Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist nicht belegt, dass Exosomenanwendungen neurologische Erkrankungen heilen. Die Forschung auf diesem Gebiet befindet sich in einem frühen Stadium. Der grundlegende Ansatz mit nachgewiesener Wirksamkeit bei neurologischen Erkrankungen ist eine regelmäßige Rehabilitation.

Können Exosomen bei Kindern angewendet werden?

Die wissenschaftlichen Daten zu diesen Anwendungen sind bei Kindern noch begrenzter als bei Erwachsenen. Die Entscheidung über die Anwendung trifft der Arzt, nachdem der Zustand des Kindes eingehend beurteilt wurde. Mögliche Nutzen und Risiken werden der Familie offen erläutert.

Information und Terminvereinbarung

Um zu erfahren, ob eine regenerative Therapie für Sie geeignet ist, können Sie einen Untersuchungstermin bei unseren Fachärzten für Physikalische und Rehabilitative Medizin vereinbaren.

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Wenden Sie sich für Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihren Arzt.

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